Ein Polaroid fixiert einen Augenblick, sichert ihn aber nicht dauerhaft. Es ist anfällig und empfindlich und lässt somit kleine Verschiebungen zu. Genau diese Ambivalenz nutzt "Polaroided" als Bildprinzip. Das Format ruft eine unmittelbare Vertrautheit hervor, weil es eine vor-digitale Form von Authentizität verkörpert: sichtbar, begrenzt, unwiederholbar.
In den Arbeiten wird das Polaroid zur BĂ¼hne fĂ¼r Erinnerungsfragmente. Der Betrachter erkennt schnell, dass es hier um das geht, was sich zwischen den Rändern abspielt. So wird jeder intensive Farbverlauf zu einer Einladung, sich mit den BruchstĂ¼cken eigener Erinnerung auseinanderzusetzen: Welche Bestanteile der eigenen Erinnerung sind gelebte Erfahrung und welche sind Idealbilder, die sich darĂ¼bergelegt haben?
Die Serie besitzt damit eine klare konzeptuelle Schärfe: Das Polaroid ist Strukturelement und damit ein Modell fĂ¼r ein Denken in Ausschnitten. Sammler spĂ¼ren diese Konsequenz, weil jedes Bild zugleich eigenständig und Teil eines grĂ¶ĂŸeren Archivs ist: ein präziser Eintrag in ein visuelles System, das Erinnerung als Material nutzt.