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Frau mit roter gestreifter Schürze beim Malen auf einer dunkelroten Oberfläche mit breiten Pinseln.
Foto: Tobi Schäfer
Artist Statement
Ich glaube nicht, dass Zeit allein etwas verändert. Sie schafft vielmehr die Gelegenheit, Dinge neu zu betrachten. Wandel entsteht dort, wo wir unser eigenes Archiv öffnen, Bruchstücke neu ordnen und uns fragen, was davon heute noch zu uns gehört. Erinnerung interessiert mich deshalb nicht als festgeschriebene Vergangenheit, sondern als Material. Etwas, das sich verändert, wenn wir darauf zurückblicken und, dass unsere Gegenwart mitprägt.
Ich verbinde Erinnerungsfragmente, persönliche Erfahrungen und Elemente aus dem Alltag in meinen Arbeiten. Auslassungen, Überlagerungen, präzise gesetzte Schnitte und intensive Farbe lassen unterschiedliche Ebenen aufeinandertreffen. Dabei geht es um Ideale, Selbstbilder und gelebte Erfahrung, aber auch um die Momente, in denen etwas in Bewegung gerät.
In meinen neueren Arbeiten richtet sich der Blick zunehmend nach außen. Einzelne Bilder treten miteinander in Beziehung, Elemente wandern über Grenzen hinweg und verändern ihre Bedeutung, wenn sie auf etwas Neues treffen. Begegnung, Verbindung und das Zusammenspiel einzelner Momente werden dabei selbst zum Thema.
Farbe spielt in diesem Prozess eine zentrale Rolle. Sie hält einen Moment fest, gibt ihm Intensität und kann zugleich etwas in Bewegung bringen. Meine Arbeiten dürfen dabei widersprüchlich sein: persönlich und offen, präzise und spontan, leicht und nachdenklich.
Der Moment, in dem aus einem einzelnen Fragment etwas Neues entsteht, ist für mich zentral. Ein Bild, eine Erinnerung, eine Begegnung oder eine Farbe kann dabei Ausgangspunkt für etwas sein, das vorher noch nicht da war.
Frau in roter Schürze bemalt eine dunkelrote Oberfläche mit einem breiten Pinsel.
"In meinen Werken bewegen sich Farbe und Struktur zwischen Klarheit und Zartheit, ruhige Flächen stoßen auf Brüche."
Der Weg zur eigenen Bildsprache
Seit der Kindheit war der Plan klar: „Designerin oder Anwältin“. Beides prägte Verena Hoffmann-Meda früh. Die ersten Ölbilder entstanden im Atelier der Großmutter, später folgten zwei juristische Staatsexamina und mehr als fünfzehn Jahre in der Juristerei. Doch die Veröffentlichung der eigenen Kunst schob sie lange vor sich her. Anfang 2025, nach besonders fordernden Jahren, wurde aus der Selbstbeobachtung ein Einschnitt: Die Erkenntnis, den eigenen Traum zu blockieren, zwang zur Kurskorrektur. Verena zeigte ihre ersten Werke.
Verena Hoffmann-Meda in Schwarz und Dunkelrot steht vor vier farbenfrohen abstrakten Gemälden, die an einer weißen Wand hängen. Atelieraufnahme.
Ihre Kunst ist im Kern autobiografisch: Momentaufnahmen von Erinnerung, die Neuordnung der eigenen Identität, um Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen. Der Weg zum Bild beginnt konzeptionell. Bevor Farbe die Leinwand berührt, entsteht ein gedankliches Gefüge aus Bildhaftigkeit und Sinnfrage. Verena arbeitet mit Acryl und Collage: Das realistische Element trägt die persönliche Erzählspur; ein nuancierter, oft lasierender Hintergrund mit gezielten Farbakzenten bildet den visuellen Raum.
Diese Bildsprache verbindet geistige Klarheit mit feinsinniger Ausführung. Werke von Verena Hoffmann-Meda befinden sich bereits in privaten Sammlungen und Unternehmen.
Verena Hoffmann-Meda wurde 1983 geboren. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Koblenz.
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